Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


prfang:start

Prüfungsangebote bei zentral organisierten Prüfungen

Üblicherweise existiert eine sehr große Anzahl an Teilprüfungen, die über eine Vielzahl von Studienfächer und Prüfungsordnungen verteilt sind. Dabei existieren aber in unterschiedlichen Studienfächern und Prüfungsordnungen oft die gleichen Teilprüfungen, die auch im Sinne der Prüfungsorganisation gleich behandelt werden. Um nicht im Prüfungsamt jede dieser einzelnen Teilprüfungen jedes Semester einzeln in Bezug auf die Anmeldbarkeit und Ablegbarkeit steuern zu müssen, lassen sich mehrere oder viele Teilprüfen zu einem gemeinsamen Prüfungsangebot zusammenfassen. Alle Prüfungsangebote eines Semesters zusammen bestimmen damit die gesamte Menge der Prüfungen, die Studenten der Hochschule in einem Semester ablegen können.

Modellierung von Angeboten im PO-Modul
Erstellen von Prüfungsangeboten eines Semesters im PD-Modul

Grundsätzliche Überlegungen zur Gestaltung der Prüfungsangebote

Für die geeignete Modellierung von Prüfungsangeboten gibt es verschiedene Ansätze, die sich zum einen aus der vorhandenen oder gewünschten Prüfungsorganisation ergeben, aber auch davon abhängen, inwieweit Teilprüfungen zusammengefasst werden können. Die bei der Modellierung zu beachtenden Überlegungen, die immer in die Gestaltung der Prüfungsangebote einfließen müssen, sind folgende:

  • Prüfungsangbote definieren keine fachlichen oder inhaltlichen Äquivalenzen zwischen den zugeordneten Teilprüfungen. Daher entsprechen Prüfungsangebote auch nicht den Teilprüfungsgruppen. Beides wird unabhängig voneinander modelliert und kann daher auch vollkommen anders gestaltet sein. Bei Teilprüfungsgruppen werden immer Teilprüfungsteile zusammengefasst, die inhaltlich/fachlich die gleiche Prüfungsleistung darstellen.
  • Bei den Prüfungsangeboten steht die Durchführung der Prüfungen im Fokus. Daher sollen die Teilprüfungen zu einem Angebot zusammengefasst, dass im Sinne der Organisation und Durchführung der Prüfungsablegung als gemeinsame Einheit behandelt werden.

  • Jedes Prüfungsangebot erzeugt für die Teilprüfungsgruppen eigene Teilnehmerlisten. Auf einer Teilnehmerliste erscheinen niemals die Teilprüfungen unterschiedlicher Prüfungsangebote.

  • Die Prüfungsplanung leitet sich aus den Prüfungsangeboten ab, d.h. die Prüfungen im Sinne der Planung werden jeweils abhängig von den Prüfungsangeboten modelliert. Teilprüfungen, die in unterschiedlichen Prüfungsangeboten modelliert wurden, werden auch in der schriftlichen Prüfungsplanung getrennt voneinander behandelt werden. Diese können zwar am gleichen Ort zur gleichen Zeit geplant werden, diese Festlegung muss jedoch für die Prüfung jedes Angebots manuell erfolgen.

  • In einem Prüfungsangebot können daher auch Teilprüfungen zusammengefasst werden, die zeitlich, räumlich und inhaltlich unabhängig voneinander als Prüfung abgelegt werden. Die Zusammenfassung beinhaltet in diesem Fall lediglich den Aspekt und die Eigenschaft der Anmeldbarkeit, wie z.B. eine gemeinsame Anmeldefrist. Umgekehrt haben alle Teilprüfungen eines Prüfungsangebots immer die gleichen Eigenschaften dieses Prüfungsangebots – d.h. wenn z.B. zwei Teilprüfungen unterschiedliche Anmeldefristen benötigen, dann können diese nicht im gleichen Prüfungsangebot modelliert werden.

Im Folgenden sind exemplarisch drei unterschiedliche Strategien für die Gestaltung der Prüfungsangebote aufgeführt:

  1. Großes Prüfungsangebot

    Wenn alle Teilprüfungen einer Universität, einer Fakultät oder eines Studienfachs immer in jedem Semester angeboten werden und für alle Anmeldungen des Semesters für alle Teilprüfungen die gleiche Anmeldefrist (und auch die weiteren Einstellung bei den Prüfungsangeboten des Semesters) gelten, dann bietet es sich an, dass man nur ein einziges Prüfungsangebot modelliert und diesem dann sämtliche Teilprüfungen der Universität, Fakultät oder des Studienfachs zuordnet.

    Der große Vorteil besteht dann darin, dass in jedem Semestertermin nur ein einziges Prüfungsangebot instanziiert werden muss. Allerdings ist es damit nicht mehr möglich, dass einzelne Prüfungen hinsichtlich der Anmeldung vom Prüfungsangebot abweichen können.

  2. Prüfungsangebote für jede Teilprüfung

    Ist es erforderlich, dass für jede Prüfung individuelle An- und Abmeldefristen oder sonstige Regelungen in Bezug auf die Anmeldbarkeit gelten, dann kann auch für jede Prüfung ein eigenständiges Prüfungsangebot erstellt werden. D.h. im Prüfungsangebot werden nur die gleichen Teilprüfungen unterschiedlicher Studienfächer oder Prüfungsordnungen zusammengefasst.

    Der Vorteil besteht darin, dass man in jedem Semestertermin für jede Prüfung individuell festlegen kann, ob diese von Studierenden in diesem Semestertermin abgelegt werden kann und welche Regelungen für die Anmeldung gelten.

    Bei dieser Art der Modellierung existiert jedoch eine sehr große Anzahl an Prüfungsangeboten. D.h. in jedem Semestertermin müssen entsprechend viele Prüfungsangebote instanziiert werden, was natürlich deutlich aufwändiger und fehleranfälliger ist, als wenn nur ein einziges Prüfungsangebot im Semester instanziiert wird, das alle ablegbaren Prüfungen enthält.

  3. Semester-abhängige Prüfungsangebote

    Bei einigen Hochschulen ist es üblich, dass Prüfungen in unterschiedlichen Zyklen den Studenten zur Ablegung angeboten werden. Einige Prüfungen können z.B. nur im Sommersemester abgelegt werden, andere wiederum nur im Wintersemester.

    Wenn für die Prüfungen eines Zyklus immer die gleichen Regeln hinsichtlich der Anmeldung gelten, dann bietet es sich z.B. an, ein Prüfungsangebot zu erstellen, das alle Prüfungen des Sommersemesters enthält, und ein Prüfungsangebot für alle Prüfungen des Wintersemesters. Sofern zusätzlich Prüfungen existieren, die in jedem Zyklus angeboten werden, können diese zu beiden Prüfungsangeboten hinzugefügt werden – denkbar wäre aber auch ein eigenes Prüfungsangebot für diese Prüfungen, dass dann zusätzlich zu den jeweils zyklusabhängigen Prüfungsangeboten in jedem Semester instanziiert wird. Sollten z.b. auch einige Prüfungen in einem dreisemestrigen Zyklus angeboten werden, dann können diese ebenfalls in einem eigenen Prüfungsangebot zusammengefasst werden, dass dann entsprechen im dreisemestrigen Turnus instanziiert wird.

Die angeführten Ansätze können auch gemischt werden. So ist es z.B. denkbar, dass der Großteil aller Teilprüfungen in einem einzigen „großen“ Prüfungsangebot zusammengefasst wird. Daraus können dann einzelne Teilprüfungen herausgelöst werden, für die abweichende Regelungen bei der Anmeldung gelten. Nur für diese werden dann eigenständige „kleine“ Prüfungsangebote modelliert.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Gestaltung der Prüfungsangebote ein Abwägen zwischen den Gegensätzen einer erforderlich möglichst detaillierten Angebotssteuerung (eigene Prüfungsangebote für einzelne Teilprüfungen) und einer unaufwändigen Handhabung der Prüfungsangebote (große Prüfungsangebote) ist, wobei sich dies natürlich immer in erster Linie nach den Begebenheiten der Prüfungsorganisation und –durchführung der Hochschule richten muss. Obwohl bei den Prüfungsangeboten keine fachlichen Zusammenhänge definiert werden, kann dies ein Kriterium für die Zusammenstellung der Prüfungsangebote sein, z.B. in dem man eine Modulprüfung in einem Prüfungsangebot zusammenfast oder auch alle Modulprüfungen eines Studienmoduls.

Mehrfaches Anbieten eines Prüfungsangebots pro Semester und Semestertermine

Es ist durchaus üblich, dass Studierende die Möglichkeit haben, die gleiche Prüfung mehrfach pro Semester ablegen zu können. D.h. es werden mehrere Ablegungsmöglichkeiten für die gleiche Prüfung angeboten. Die Gründe können z.B. folgende sein:

  • Es werden mehrere unterschiedliche Termine für die Ablegung der Prüfung angeboten.
  • Es besteht eine Wiederholungsmöglichkeit im gleichen Semestertermin.

Um dies zu ermöglichen existieren zwei unterschiedliche Wege:

  1. Die Prüfungsangebote der mehrfach ablegbaren Prüfungen werden in einem Semester auch mehrfach instanziiert. Dies ist problemlos möglich. Dabei ist lediglich zu beachten, dass die Prüfungsangebote für die Studenten so gekennzeichnet sind, dass diese bei der Anmeldung erkennen, um welches Prüfungsangebot es sich handelt. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn sich die Prüfungsangebote bei den Anmeldefristen überschneiden, wodurch die Studierenden selbst das gewünschte Prüfungsangebot auswählen müssen. Darüber hinaus wird auch für jede neue Instanz eines Prüfungsangebots eine eigene Teilnehmerliste geführt.

  2. Das Semester wird in zwei oder mehrere Semestertermine unterteilt, in dem dann die Prüfungsangebote jeweils nur einmal zur Ablegung angeboten werden. Die Verwendung von Semesterterminen ist nur dann anzuraten, wenn es an der Hochschule üblich ist, dass das Semester bei der Prüfungsverwaltung generell in unterschiedliche Prüfungszeiträume aufgeteilt ist (z.b. Regulärer Prüfungszeitraum, Wiederholungszeitraum). Durch die Aufteilung des Semesters müssen alle Abläufe wie z.B. Prüfungsplanung, Bestehensrechnung, Bescheiderstellung, sowie Zeugnisberechnung und -erstellung, für jeden Semestertermin getrennt erfolgen.

D.h. der höhere Aufwand einer Trennung des Semesters in Semestertermine ist nicht sinnvoll, wenn nur einzelne Prüfungen im Semester mehrfach angeboten werden sollen.

Grundsätzlich ist es auch möglich, beide Möglichkeiten miteinander zu kombinieren, d.h. auch bei einer Aufteilung des Semesters in mehrere Semestertermine kann jedes Prüfungsangebot trotzdem noch mehrfach in einem Semestertermin instanziiert werden.

Veränderbarkeit von Prüfungsangeboten im Zeitverlauf

Da im Zeitverlauf immer wieder Änderungen von Prüfungsordnungen auftreten, müssen auch die Prüfungsangebote dementsprechend aktualisiert werden. Dies ist problemlos möglich. D.h. es können jederzeit neue Teilprüfungen zu einem Prüfungsangebot hinzugefügt werden. Diese sind dann ab diesem Zeitpunkt auch anmeldbar. Ebenso können Teilprüfungen, die weggefallen sind, wieder aus einem Prüfungsangebot entfernt werden, um sicherzustellen, dass sich Studenten nicht mehr hierfür anmelden können (als weitere Möglichkeit können hier auch die Semestergrenzen der Teilprüfungen oder Prüfungsfachversionen herangezogen werden).

Wenn eine Teilprüfung aus einem Prüfungsangebot entfernt wurde, dann ist diese damit nicht mehr für die Studierenden anmeldbar. Trotzdem ist aber der Zugriff auf die in der Vergangenheit bereits in diesem Prüfungsangebot abgelegten Teilprüfungen – z.B. in den alten Teilnehmerlisten – immer noch möglich. D.h. alle Änderungen an Prüfungsangeboten betreffen immer nur die gerade oder zukünftig anmeldbaren Prüfungen, haben aber keinen Einfluss auf bereits vergangene Prüfungen und Prüfungsangebote.

Trotz dieser Änderbarkeit ist davon abzuraten, dass man anstelle von mehreren vordefinierten Prüfungsangeboten, die man in den Semestern wiederholt verwendet, nur ein Prüfungsangebot anlegt, dass dann in jedem Semester immer wieder neu angepasst wird.

Prüfungsangebot bei der Anmeldung (PA-Modul, WWW-Anmeldung)

Bei der Anmeldung eines Studenten zu einer Teilprüfung muss auch immer ausgewählt werden, zu welchem Prüfungsangebot diese Anmeldung erfolgt.

  1. PA-Modul
    Im Dialog der Anmeldung zur Teilprüfung existiert eine Auswahlliste, in der alle Prüfungsangebote, die im gewählten Semestertermin für die Teilprüfung zur Auswahl stehen.

    Meist existiert zu in einem Semestertermin für eine Teilprüfung nur ein Prüfungsangebot. Dieses wird dann automatisch ausgewählt. Sofern eine Teilprüfung jedoch in mehreren Prüfungsangeboten des Semestertermins enthalten ist, muss in dieser Liste die Zuordnung zum gewünschten Prüfungsangebot erfolgen.

    Es ist im PA-Modul auch möglich, einem Studierenden eine Teilprüfung ohne eine Zuordnung zu einem Prüfungsangebot einzutragen. Damit ist die Teilprüfung jedoch losgelöst von allen Prüfungsablegungen der Hochschule und erscheint damit auch auf keiner Teilnehmerliste. \\Die Eintragung ohne Prüfungsangebot ist hingegen bei Anerkennungen üblich, die an einer anderen Hochschule und damit nicht im Rahmen der Prüfungsangebote der eigenen Hochschule erbracht wurden.

  2. WWW-Anmeldung (flex.exe und fn2SSS)
    Bei der Anmeldung im WWW werden den Studenten alle Teilprüfungen zur Anmeldung angeboten, die Teil von Prüfungsangeboten sind, für die die Anmeldefrist zum Zeitpunkt der Anmeldung gültig ist. Wenn eine Teilprüfung mehreren laufenden Prüfungsangeboten zugeordnet ist, dann wird diese Teilprüfung dem Studenten auch mehrfach, jeweils mit der Angabe des entsprechenden Prüfungsangebots zur Auswahl geboten. D.h. auch der Student muss damit bei der Anmeldung das gewünschte Prüfungsangebot festlegen.
    Eine Anmeldung ohne Prüfungsangebot ist bei der Anmeldung für Studenten im WWW hingegen nicht möglich.

Prüfungsangebot bei Teilnehmerlisten im PD-Modul und webLM

Der Zugriff auf die Teilnehmerlisten einer Prüfung erfolgt um PD-Modul über die Teilprüfungsgruppen der entsprechenden Organisationseinheiten. Unterhalb der Teilprüfungsgruppe werden im PD-Modul aber immer auch die Prüfungsangebote aufgelistet, zu dem diese Teilnehmerliste zugehörig ist. D.h. die Prüfungsleistungen unterschiedlicher Prüfungsangebote erscheinen immer auf getrennten Teilnehmerlisten. Dies sollte bei der Modellierung der Prüfungsangebote berücksichtigt werden.

prfang/start.txt · Zuletzt geändert: 2017/04/13 10:55 (Externe Bearbeitung)